Flumserberg im Heidiland

Ein echter Augen- und Ohrenschmaus

In wahrhaftigen Triumpfzügen kehrten am Samstag die geschmückten Hirten und Herden der Flumser Kuhalpen Wildenberg, Fursch und Panüöl ins Dorf, wo die Bevölkerung auf dem Lindenplatz die frohe Heimkehr gebührend feierte.
                         Bericht im "Sarganserländer" vom 22. September 2009    Text und Bilder: Pius Rupf



Flums. - Den Auftakt zu den Alpabfahrten machte die Alp Wildenberg. Von den 100 Kühen kehrte lediglich ein Drittel zu den Kleinberger Talbauern ins Dorf. Der Hauptharst, davon auch fünf von Unterländern geleaste Alpkühe, blieben zurück am Kleinberg. Dennoch präsentierte sich die kleine geschmückte Kuhherde in den Dorfstrassen sehr gefällig. Angeführt wurde der Alpabzug von Senn Ruedi Wildhaber und Küherin Christine Rohrer aus Calgary, Kanada.

Patricks letzter Alpsommer
Wunderschön gestaltete sich einmal mehr die Furscher Alpabfahrt. Die grosse Schar Kühe, samt und sonders mit prächtigen Tschäppeln und grossen Schellen bestückt, wurden vom Publikum mit grosser Aufmerksamkeit empfangen. Für Patrick Mannhart, der 23 Sommer als vorbildlicher Senn in Fursch diente, war es die letzte Alpabfahrt. Seinen Familienangehörigen zuliebe, die jeweils die meiste Zeit des Sommers auf der Alp verbrachten (die Kinder treten nun ins Schulalter) schloss er seine Älplerkarriere mit leiser Wehmut ab. Bei der Gemeinde Flums hat er nämlich eine Ganzjahresstelle gefunden. Der einfühlsame Senn hat es aber nicht unterlassen, sich als Älpler mit einer sinnigen Abschiedsrede bei der Bevölkerung zu bedanken.

Barfuss, wie immer
Bei dem schönen Spätsommertag hätte jeder Flumser gewettet, dass der Panüöler Senn René Pfanner wieder baren Fusses aus dem Schilstal heimkehrt. So war es denn auch. Der Panüöler Alpabzug mit fast 100 Kühen, angeführt vom Sennenehepaar Angi und René Pfanner, war wieder ein Augenschmaus. Nach dem "Schaulaufen" durch die Dorfstrassen stürmten die mit bunten Blumen geschmückten und mit Plümpen behängten  Kühe dem Auszugsplatz zu den Wassertrögen. Die Heimkehr an diesem föhnigen Herbsttag gab Durst.  Gelegenheit zum Durstlöschen hatte auch das Publikum, das die ergreifend schönen Alpanzüge im Festzelt noch geraume Zeit feierte.