Flumserberg im Heidiland

Kühe sind überhaupt nicht dumm

Bericht im Sarganserländer vom 2. Juli 2003 von Pius Rupf, Flums 

Auf der Alp Panüöl stehen ein neuer Melkstand und ein neues Alphaus in Betrieb

Auf den Sommer 2003 hin nahm die Ortsgemeinde Flums-Dorf in der Alpsiedlung Panüöl einen neuen Melkstand in Betrieb. Mit der neuen Technik kam die grosse Mehrheit der fast 100 Kühen schnell und gut zurecht.

Flums - Der Ausspruch "Dumme Kuh" ist auf das Rindvieh bezogen eigentlich fehl am Platz. Kühe sind gar nicht so dumm, wie viele Menschen denken. Auf der Alp Panüöl, wo die Ortsgemeinde Flums-Dorf einen neuen Melkstand installierte, haben die meisten Kühe die neue Melkprozedur relativ schnell kapiert.
Beim heissen Wetter, das man in letzter Zeit bis zur Genüge erlebt hat, drängen die Kühe sogar mit Vehemenz in den kühlen Melkstand, wo sie während der Melkzeit nicht von den vielen lästigen Fliegen und Bremsen gequält werden.




Wir sind bereit ...
Ja, ja ich komme.

Kühe sind anpassungsfähig
In der Planungsphase für einen Melkstand auf Panüöl waren vereinzelte Bauern von dieser neuen Einrichtung gar nicht begeistert. Inzwischen ist die Anlage in Betrieb, und soweit es sich zeigt, bewährt sie sich auch. Mit dem 10-plätzigen Melkstand des Fabrikats DeLaval kann nun ein Alphirt eingespart werden. Die 94 Kühe können in der Regel von lediglich zwei Personen gemolken werden.
Die Panüöler Kuhherde wird in diesem Sommer von René und Angi Pfanner-Loop und Jürg Bleisch besorgt. Das Ehepaar Pfanner bedient im angegliederten neuen Alphaus auch noch die einkehrenden Gäste. Diese Gaststätte bleibt im Winter für die Skitouristen geöffnet.

3000 Liter Milch pro Tag
Der auf dem neusten Stand der Technik ausgerüstete Melkstand garantiert die speditive Gewinnung von Alpmilch von höchster Qualität. Eingangs des bisher gut funktionierenden Melkstandes wird jede Kuh elektronisch registriert. Nach Abschluss des Melkprozesses können die verschiedenen Daten im nebenstehenden Alphaus ausgedruckt werden. Von den zehn Melkaggregaten gelangt die Milch über den vorkühlenden Plattenkühler in den gekühlten Milchtank. Die anfallende Milch - pro Tag rund 3000 Liter - kommt jeden zweiten Tag per Tankwagen nach Kaltbrunn. Dort wird sie als silofreie Milch zu Käse verarbeitet. Nach Ortsgemeinde-Präsident Ernst Brandstetter betrage die Anschaffungskosten für den DeLaval-Melkstand rund 80'000.-- Franken und die Kosten für den baulichen Teil auf etwas über 70'000.-- Franken.

Das neue Alphaus
An Stelle der alten Ruhegger Hütte hat die Ortsgemeinde ein neues Alphaus gebaut, das auch im Winter genutzt wird, dient Panüöl für Sonnenanbeter doch als sehr beliebtes Ausflugsziel. Der Neubau nach den Plänen des einheimischen Architekturbüros Franz Wildhaber bietet in der Alpstube 25 Sitzplätze und im Obergeschoss ein Massenlager für 24 Personen mit Waschgelegenheit und Dusche. Schlafgelegenheit findet im Obergeschoss auch das Alppersonal. Nebst einer Küche ist das Alphaus mit Toilettenanlage, Waschmaschine und Tumbler ausgerüstet. der Specksteinofen dient für die Warmluftheizung. Auf der Südseite des Neubaus lädt eine grosse Sonnenterrasse zum Verweilen ein.
Wie Ortsgemeinde-Präsident Ernst Brandstetter beifügte, bleiben die Baukosten des sommers und winters zu nutzenden Alphauses knapp unter dem voranschlagten Betrag von 430'000.-- Franken. Aus dem Betrieb des zweckmässig eingerichteten Gebäudes erhofft sich die Ortsgemeinde Flums-Dorf denn auch ensprechende Einnahmen.







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