Flumserberg im Heidiland

Die Tee-Fee von Panüöl




Emma ganz sportlich ...
... und natürlich wie immer sehr fleissig

Bericht im Sarganserländer vom Donnerstag, 26. März 1981
Text und Bilder Pius Rupf, Flums

Kennen Sie die 7 km lange Panüöl-Loipe in Flumserberg? Kennen Sie die Panüöler "Tee-Mutter" Emma Pfanner? Nein, ... Also, von der Prodalp, der Mittelstation der Prodkammbahnen führt seit dem Winter 1979 eine gut präparierte Langlaufloipe, nach der 1800 Meter über Meer gelegenen Alp Panüöl, die identisch mit der Alp- und Waldstrasse nach Fursch ist. Diese Loipe durchstreift eine äusserst reizvolle Landschaft. Die Ausblicke in den Talkessel des hinteren Schilstales, dervon einem imponierenden Kranz einer hehren Gebirgswelt umgeben ist, entgeht bestimmt keinem Auge.

Auf der Alp Panüöl, auf jener sonnigen Alpenterrasse, südseits unterhalb der Gipfel des Prod- und Maschgenkamms, verweilt man gerne etwas länger. Diesen herrlich gelegenen Ausflugspunkt erreicht man aber auch mit einer kurzen Tiefschneeabfahrt von den Bergstationen des Prod- oder Maschgenkamms.

Suppen und Teeküche
Emma Pfanner aus Flums, deren Mann Anton (Tüni) Pfanner jeweils im Sommer auf der Alp Panüöl hirtet, hat an der viel begangenen Panüöl-Loipe eine Marktlücke entdeckt. In einer der Alphütten hat sie sich eine Suppen- und Teehütte eingerichtet. Die Skitouristen bekommen dort aber auch Kaffee, Mineralwasser, Alpkäse mit Brot, heisse Würste und Nussgipfel, alles zu sehr bescheidenen Preisen. Bei kaltem und unwirtlichen Wetter können sich die Besucher in der gemütlichen Alpstube erwärmen. Bei schönem Wetter wird ein Sitzplatz zwischen den Alphütten und Alpschöpfen vorgezogen. Diese weit abseits vom Pistenrummel gelegene Panüöler Verpflegungsstätte wird von den vielen Gästen sehr geschätzt.

Rauch und Schweizerfahne
Wenn der Kamin auf der tief verschneiten Alphütte raucht und wenn die Schweizerfahne gehisst ist, weiss der eingeweihte Skitourist, dass die Panüöler Tee-Mutter Pfanner in der Alphütte hantiert, dass es heissen Tee gibt.
Wenn sich das Wetter einigermassen gebährdet, startet Emma an den Wintertagen in der Morgenfrühe in Flums. Mit dem Postauto und dann mit der Sesselbahn erreicht sie die Prodalp, wo sie ihre Langlaufskis anschnallt und nach der Alp Panüöl aufsteigt. Je nach Schneeverhältnissen dauert dieser Aufstieg bis zu einer Stunde und mehr. Bei jedem Aufstieg trägt sie im Rucksack mindestens 15 bis 20 Kilo Ess- und Trinkwaren mit. In diesem Winter (1980) ist die Panüöler Tee-Fee bereits 59 Mal nach Panüöl gegangen. Für sie ist es sicher nicht immer ein Vergnügen. Nach dem Aufstieg hat sie an schönen Tagen in der Hütte alle Hände voll zu tun. Um 16.00 Uhr schliesst sie die Alphütte und kehrt auf den Langlaufskis zurück. Mit normalen Skis kann sie gar nicht fahren. An der ganzen Sache hat aber Frau Pfanner ihren Spass und die Skitouristen freuen sich riesig, zu wissen, dass auf Panüöl ein gemütliches Alp-Beizli existiert. Das ist eine echte Dienstleistung am Rande des grössten Wintersportplatzes des Kantons St. Gallen.

Angi und René
Immer mehr Alpin-Skifahrer besuchten nun die allseits immer bekannter werdende Teehütte. Vom Prodkamm und Maschgakamm fuhren sie im Tiefschnee zur Alp Panüöl. Heute führt eine präparierte Piste zur Alp. In der Wintersaison 1983/84 ist Emmi etwas kürzer getreten und hat die beliebte "Gaststätte" ihrem Sohn René und Schwiegertochter Angela übergeben. Seither steht René an Backofen und Grill, um die Gäste mit feinen Würsten, Käseschnitten und Chnoblibrot zu versorgen. Angi ist für warmes und kaltes Feuchtes verantwortlich.

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